Kabul, im Sommer 2021. Naru ist die einzige Kamerafrau beim größten Fernsehsender der Stadt und kämpft nach der Trennung von ihrem untreuen Ehemann um das Sorgerecht für ihren dreijährigen Sohn. Für sie steht fest: Anständige Männer gibt es nicht. Doch dann bekommt sie die Chance, mit Starreporter Qodrat zusammenzuarbeiten. Während sie gemeinsam die letzten Tage einer schwindenden Freiheit dokumentieren, entwickelt sich zwischen ihnen eine unerwartete Nähe. Naru beginnt, an ihrem eigenen Urteil zu zweifeln: Gibt es vielleicht doch noch gute Männer?
„Als ich jünger war, kam es mir wie eine unumstößliche Tatsache vor, dass es in Afghanistan keine guten Männer gibt. Das war keine Meinung, sondern eine Gewissheit, die meine Schwestern, meine Mutter und fast jede Frau, die ich kannte, teilten. In der zutiefst patriarchalischen Gesellschaft Afghanistans sind Frauen keine Bürger zweiter Klasse – sie werden wie Besitz behandelt. Wenn Frauen Würde, Gleichberechtigung und Respekt erwarten, wird dies als westliche Idee abgetan und nicht als grundlegendes Menschenrecht angesehen.
Vor sechzehn Jahren änderte sich für mich alles, als ich meinen ersten Freund, Anwar Hashimi, kennenlernte, der diese Überzeugung in Frage stellte. Er respektierte mich, ohne dass ich ihn darum bitten musste, und sprach mit mir auf Augenhöhe. Zum ersten Mal hatte ich nicht das Bedürfnis, meine Intelligenz, mein Talent oder meinen Wert unter Beweis zu stellen. Diese Erfahrung war mir völlig fremd.
Wenn ich heute in den sozialen Medien afghanische Frauen sehe, die verletzt und wütend auf das Patriarchat sind und sagen, es gäbe in Afghanistan keine guten Männer, dann glaube ich ihnen voll und ganz. Das ist die Realität, die sie erlebt haben. Wie könnten sie da etwas anderes glauben?
Mein Herz blutet für sie, doch gleichzeitig lächle ich, denn ich weiß, dass es auch eine andere Realität gibt. Gute Männer sind nicht ausgestorben. Es gibt sie überall, auch in Afghanistan.
Ich hoffe, dass dieser Film afghanischen Frauen ein Gefühl der Hoffnung vermitteln und jungen afghanischen Männern ein Vorbild sein kann, die solche Vorbilder in der zutiefst patriarchalischen Gesellschaft Afghanistans dringend brauchen." Shahrbanoo Sadat
Start: 10.12.2026