Das frühe 18. Jahrhundert. England liegt im Krieg mit Frankreich. Auf Enten-Rennen und den Genuss von Ananas wird dennoch nicht verzichtet. Auf dem Thron sitzt die gebrechliche Königin Anne, ihre enge Freundin Lady Sarah Churchill führt für sie die Regierungsgeschäfte, kümmert sich um die kranke Monarchin und erduldet deren aufbrausendes Temperament. Da tritt eine neue Dienerin ihren Dienst am Hof an – Abigail Masham, deren Charme Sarah sogleich verfällt. Sarah nimmt Abigail unter ihre Fittiche, die die Chance erkennt, zu ihren aristokratischen Wurzeln zurückzukehren. Als die Belange des Krieges Sarah immer mehr in Beschlag nehmen, nutzt Abigail die Gelegenheit, an Stelle von Sarah Vertraute und Gefährtin der Königin zu werden. Die aufkeimende Freundschaft ermöglicht ihr, ihre ehrgeizigen Ziele zu verfolgen – davon lässt sie sich von keiner Frau, keinem Mann, nicht dem Krieg und auch keinem Hasen abhalten.
Der Film fußt auf der Geschichte in der eher unbekannten Welt von Königin Anne und der letzten (und historisch am wenigsten beachteten) britischen Regentin, die dem Hause Stuart entstammt –, die trotz ihrer schweren Gicht, schüchtern und von vielen übersehen, Großbritannien regierte, als das Land zur Weltmacht wurde. Annes komplizierte Beziehung zu zwei raffinierten, ehrgeizigen Frauen – ihrer engen Freundin und politischen Beraterin Lady Sarah sowie Sarahs bitterarmen Cousine, der Kammerzofe Abigail, die um jeden Preis sozial aufsteigen will – stehen im Mittelpunkt dieses Films um Manipulationen und Emotionen. Hier erfährt man, was das Wort „Palast-Intrige“ bedeutet.
Königin Anne ist vielleicht Englands unbekannteste Monarchin, nicht zuletzt, weil sie trotz sagenhafter 17 Schwangerschaften keinen Nachkommen hatte. Es ist tatsächlich sogar so, dass es, hätte eines ihrer Kinder überlebt, vielleicht keine Vereinigten Staaten gegeben hätte, weil Georg III. möglicherweise nie König geworden wäre. Sie bestieg zu Beginn des 18. Jahrhunderts den Thron, weil es im Hause Stuart keinen anderen protestantischen Kandidaten gab. Sie wurde just in dem Moment Königin von England, als dem Land gewaltige Veränderungen bevorstanden. Anne leitete den Krieg mit Frankreich, einen Krieg, der heute als der erste der modernen Zeiten gilt und vereinte England mit Schottland zu Großbritannien. Zu ihrer Zeit begann ein neue Ära, in der sich Whigs und Tories erbittert bekämpften. Das neue Zweiparteiensystem war geboren.
In einer Welt enormer persönlicher, politischer und gesellschaftlicher Veränderungen lag es nicht unbedingt auf der Hand, dass Anne Königin wurde. Sie war notorisch krank, ewig kleinlaut und ob ihrer Haut- und Gelenkprobleme wenig ansehnlich. Zudem war sie wenig gebildet und galt als überaus leicht zu manipulieren und beeinflussen.
Dies führte dazu, dass eine Vielzahl von Leuten Anne umgarnte, versuchte, ihr Vertrauen zu gewinnen – und vielleicht auch ihr Herz.
Start: 24.01.2019