Special

Der Freischütz

Die Filmoper

Schweiz, Deutschland 2010 142 min

Regie: Jens Neubert

FSK: 12

Ort der Handlung sind die sächsischen Wälder zur Zeit der napoleonischen Feldzüge. Erbförster Kuno will seine Tochter Agathe nur jenem zur Frau geben, der sich in allen Belangen würdig zeigt. Dazu gehört insbesondere eine ruhige und sichere Hand beim Schießen. Damit der junge Jäger Max die Liebe zu Agathe amtlich machen kann, muss dieser also zunächst gemäß dem uralten Brauch mit einem „Probeschuss“ die Eignung als Schwiegersohn und Erbe untermauern. Da dieser  nicht der sicherste Schütze ist, hört er auf seinen vermeintlichen Freund Kaspar, dunkle Mächte an seinem Eheglück zu beteiligen.

 In der Wolfsschlucht gießen die beiden um Mitternacht sieben Freikugeln, die immer ins Ziel treffen. Was Max jedoch nicht ahnt, ist der Pakt, den Kaspar mit dem leibhaftigen Samiel geschmiedet hat: Um sein eigentlich verwirktes Leben zu schonen, treffen sechs Kugeln sicher ins von Max visierte Ziel, die siebente Kugel aber leitet der Teufel in ein von ihm erwähltes Ziel. Von Glück der sicher geglaubten Hochzeit mit Agathe sowie seiner Treffsicherheit beseelt, verschießt Max sechs der sieben Kugeln bereits vor dem eigentlichen Probeschuss, sodass der Freudentag für Max und seine Agathe unter einem dunklen Stern steht.

Regisseur Jens Neubert hat sich einen überzeugenden Ansatz für seine Adaption gewählt: Möglichst naturalistische Settings und möglichst wenig Theatralik im Agieren der Sänger. Die Darsteller bzw. Sänger glänzen neben den gesanglichen Qualitäten auch durch ihr Spiel; denn was an Alter, unpassender Physiognomie und schauspielerischer Steifheit in mancher Bühneninszenierung hingenommen wird, würde in einer Opernverfilmung auf  Unverständnis stoßen.