Auf einem entlegenen isländischen Bauernhof lebt ein voneinander entfremdetes Ehepaar, das Schafe züchtet. In die Trauer um den Verlust eines gemeinsamen Kindes mischt sich die Ankunft eines ganz besonderen Lamms. Sie bringen es in ihr Wohnhaus und ziehen es wie ein menschliches Wesen auf, während draußen das Mutterschaf nach seinem Kleinen sucht. Eine vielschichtige Parabel, die für viele Lesarten offenbleibt. Biblische Szenen um menschliche Anmaßung gegenüber der Transzendenz vermengen sich mit Motiven isländischer Folklore zum visuell eindrucksvollen Drama.
Etwas Fremdes und Geheimnisvolles bahnt sich den Weg durch einen Schneesturm. Man hört es schwerfällig atmen und stapfen. Eine Herde zotteliger Islandpferde weicht zur Seite, ohne Panik, jedoch mit deutlichem Respekt. Die Glocken läuten in Reykjavik, es ist Heiligabend. Am hell erleuchteten Stallfenster blickt ein weißes Schaf erwartungsvoll in den Nachthimmel. Plötzlich herrscht Unruhe unter den Tieren; die Tür hat sich für etwas Übernatürliches geöffnet, das nun sein Ziel gefunden hat.
Im Wohnhaus nebenan blickt auch Maria durch die Fensterscheibe in das Schneegestöber, als würde sie von der Ankunft ahnen, die sich gerade im Stroh ereignet hat. Einige Zeit später sieht man sie auf dem Traktor das karge Feld bestellen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Ingvar lebt sie fernab der Stadt auf einem entlegenen Hof, mitten in der gewaltigen Schönheit der isländischen Natur. Schneebedeckte Gletscher, tiefe Seen und karges Weideland strahlen eine majestätische Ruhe aus. Zwischen Maria und Ingvar aber herrscht ein unnatürliches Schweigen.
Start: 27.01.2022