Wie ein elegantes Holzschiff liegt die Adamant am rechten Seine-Ufer im Herzen von Paris vor Anker. In diese einzigartige, 2010 eröffnete Tagesklinik kommen Erwachsene mit psychischen Störungen, die therapeutisch begleitet werden, sich hier vor allem aber kreativ entfalten. Das Team der Adamant zeigt tagtäglich, wie es auch in Zeiten eines Gesundheitssystems in der Krise gelingen kann, zugewandt und offen auf Menschen mit psychischer Erkrankung einzugehen. Aus sensiblen Beobachtungen und Gesprächen mit den Adamant-„Passagieren“ entsteht das leichtfüßige Portrait einer Einrichtung, deren Existenz Hoffnung macht.
Der Dokumentarist Nicolas Philibert interessiert sich in seiner filmischen Arbeit seit jeher für das Miteinander von Menschen und Menschen in Institutionen; das „mit“ und das „und“ sind ihm ein großes Anliegen. So gilt sein Blick nicht dem Systemtypischen, sondern jenen Körperschaften, die – natürlich im Rahmen der institutionellen Möglichkeiten – das Menschliche ins Zentrum stellen. So porträtiert SEIN UND HABEN (2002) eine Dorfschule in der Auvergne. Der eigentliche Vorgängerfilm zu AUF DER ADAMANT ist jedoch „LA MOINDRE DES CHOSES (1995). Philibert begleitete darin in einer experimentell-psychiatrischen Klinik die Theaterproben für ein Stück, das alljährlich von Patienten und dem Pflegepersonal aufgeführt wird.
Seine jüngste Arbeit AUF DER ADAMANT, bei der Berlinale 2023 mit dem „Goldenen Bären“ ausgezeichnet, entstand in Zusammenarbeit mit der Psychoanalytikerin Linda de Zitta.
Start: 14.09.2023