Wild Horse Nine

Großbritannien, USA, Chile 2026 118 min

Regie: Martin McDonagh

Darsteller: Sam Rockwell, John Malkovich, Steve Buscemi

FSK: 12

Ein CIA-Agent, der sich 1973 in Chile aufhält, begleitet einen älteren Kollegen auf die Osterinsel Rapa Nui. Der ist unheilbar an Krebs erkrankt und will seine Memoiren schreiben, leidet aber an Gedächtnislücken. Doch dann zieht sich der Aufenthalt auf der Insel mit den mythischen Steinköpfen unerwartet in die Länge.

Oscar®-Preisträger und Kultregisseur Martin McDonagh ist zurück! Nach THE BANSHEES OF INISHERIN und THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING MISSOURI nun mit einer schwarzhumorigen und starbesetzten Komödie.

1970 befindet sich Chile im Aufbruch. Der neugewählte Präsident Allende verspricht eine progressive Nation, die sich als leuchtendes Vorbild für ganz Südamerika etablieren könnte. Diese Euphorie dauert aber nur kurz, da es im September 1973 mit Unterstützung der CIA zu einem Putsch kommt, der das demokratisch gewählte Regime durch eine Militärdiktatur ersetzt. Einige Monate vor diesem Staatsstreich verlassen die beiden US-amerikanischen Agenten Chris und Lee gemeinsam Santiago de Chile, um in den Urlaub zu fliegen.
In den Taschen von Chris befinden sich jede Menge Morphium sowie ein Zettel mit der Aufschrift „Remember that you are going to die“. Für seine vermeintlich letzte Reise hat er sich vorgenommen, endlich seine Memoiren zu verfassen. Er ist sich sicher, dass ihn deswegen jemand umbringen will. Weniger sicher ist er über die Frage, ob Dinosaurier, Motten, Nazis und Katholiken in denselben Himmel kommen – und ob in diesem Himmel auch ein Platz für ihn frei wäre. Die Antworten auf diese Fragen hofft er gemeinsam mit seinem Arbeitskollegen und besten Freund auf der Insel Rapa Nui im Schatten der berühmten Moai-Steinköpfe zu finden. Obwohl sein eigener Kopf immer mehr den Geist aufgibt.
Ob Chris tatsächlich auf die „Osterinseln“ wollte oder eher lieber nach Venedig oder nach Arkansas, ist nicht ganz klar, denn immer wieder scheint er Schwierigkeiten mit seinem Gedächtnis zu haben. Die Jahre im Dienst der CIA haben ihn allerdings auch zu einem derart professionellen Lügner gemacht, dass aus seinem Mund viele Wahrheiten wie erfunden klingen und umgekehrt. Er schwadroniert über die Entstehung des Molotow-Cocktails, Attentate in der Tschechoslowakei, den Tag, an dem der US-Präsident John F. Kennedy erschossen wurde, und immer wieder auch von dem Tag, an dem Chile stürzen wird. Wann genau sein geistiger Verfall oder das Morphium aus ihm spricht und wann er einfach aus Gewohnheit die Unwahrheit erzählt, lässt sich nicht eindeutig sagen. 
Aus diesem Spannungsfeld, in dem Fakten und Fiktion zunehmend an Trennschärfe verlieren, erschafft Malkovich eine herausragende darstellerische Leistung. Mal wird er zum polternden Hofnarren, der Wahrheiten in Witze verpackt, dann aber schimmert die Melancholie des Todgeweihten durch, der sich vergeblich an seine letzten Erinnerungen klammert. Macht und Ohnmacht gehen in seiner Darstellung Hand in Hand, und Malkovich verkörpert all diese Gegensätzlichkeiten so überzeugend, dass er gleichermaßen Abneigung als auch Empathie für seine Figur hervorruft.

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