Frank, ein zu lebenslanger Haft verurteilter Sträfling kümmert sich im Gefängnis um Louis, einen Mithäftling mit Demenz. Dadurch erhofft er sich eine Strafmilderung. Die ersten Begegnungen mit Louis sind zunächst von gegenseitigem Befremden geprägt. Im Laufe der Zeit entsteht zwischen ihnen jedoch eine Art freundschaftliche Beziehung, die dem Jüngeren neue Lebensperspektiven eröffnet. Im Zentrum des Gefängnisdramas stehen nicht die Straftaten der beiden, sondern ihre Verletzlichkeit und der Umgang miteinander.
Mit dem Pflege-Drama HELDIN gelang Petra Volpe ein Coup, der im Vorjahr zum Berlinale-Liebling avancierte und von der Schweiz ins Oscar-Rennen geschickt wurde. Nun präsentiert die Regisseurin ihren ersten Film in englischer Sprache. Der Titel lässt fast ein bisschen THELMA & LOUISE mitklingen, doch statt auf einen feministischen Roadtrip führt der Weg diesmal ins Männergefängnis. Wieder geht es um Schuld und Sühne, um Würde und Gerechtigkeit. Der lebenslänglich verurteilte Frank hofft auf Bewährung, wenn er sich als Pfleger um den alternden, dementen Häftling Louis kümmert. Der Gewaltverbrecher reagiert mit ruppiger Ablehnung.
Der Film greift komplexe moralische Fragen auf und zeigt, dass auch an einem düsteren Ort wie einem Gefängnis ein menschenfreundlicher, geradezu zärtlicher Umgang untereinander möglich ist.
Start: 10.12.2026