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Fantastische Pilze - Die magische Welt zu unseren Füßen

USA 2019 81 min

Regie: Louie Schwartzberg

Dokumentarfilm

FSK: 12

Unter unseren Füßen befindet sich eine magische Welt, die alles Lebende miteinander verbindet: Als gigantisches unterirdisches System bilden Pilze die Grundlage der Existenz.
„Sie können uns ernähren und heilen – aber auch töten“, fasst Regisseur Louie Schwartzberg die Faszination der 1,5 Millionen Pilzarten zusammen. Als Meister des Recyclings stehen sie für Wiedergeburt und Regeneration sowie Anfang und Ende der Existenz. Bizarr, wunderschön und immer auch etwas unheimlich stärken sie die Kommunikation innerhalb der Ökosysteme, dienen als Transport- und Warnsysteme.

Sie erlangten in den unterschiedlichsten Gesellschaftssystemen spirituelle Bedeutung – vom Schamanismus der Maya-Kulturen bis hin zur Hippie-Bewegung der 1960 und 70er Jahre.
„Meine Mission ist es, die Sprache der Natur zu entschlüsseln“: Mit dieser Zielsetzung präsentiert Schwartzberg die Geschichte der Pilzforschung sowie neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Er zeigt, welche Rolle die geheimnisvollen Wesen im Kreislauf der Natur, bei der Bewältigung von Öl-Katastrophen oder beim Bienensterben, therapiebegleitend bei verschiedenen Krankheiten und bei der Erweiterung des menschlichen Bewusstseins spielen können. Angesichts von Pandemien erlebt die Pilzforschung aktuell neuen Auftrieb und Unterstützung: Gleichzeitig steht sie noch am Anfang: Wer weiß, wohin uns die lebenserhaltenden, „antibiotischen“ Eigenschaften der Pilze noch führen werden?


Derzeit sind etwa 3,8 Millionen Pilzarten bekannt. Sie gelten als die häufigste auf der Erde vorkommende Spezies.

Siebzig Prozent des biologischen Kohlenstoffs im Boden bestehen aus lebenden und toten Pilzen.

Laufend werden unter dem Pilzhut Sporen von den Lamellen freigesetzt. Berechnungen besagen, dass von einem Pilz in jeder Sekunde 30.000 Sporen entlassen werden. Das sind im kurzen Leben eines Fruchtkörpers täglich Milliarden von Sporen. Wir Menschen nehmen mit jedem Atemzug etwa zehn Pilzsporen auf.

Pilze sind keine Pflanzen. Sie sind ein Reich für sich und sogar näher mit Menschen als mit Pflanzen verwandt: Wir teilen mit ihnen mehr DNS-Sequenzen als mit Pflanzen.
Menschen und Pilze haben sich aus demselben Ast des evolutionären Stammbaums entwickelt, Pflanzen aus einem anderen. (Andrew Weil)

Unsere DNS ist der des Myzels sehr ähnlich und sein Wachstumsschema genauso aufgebaut wie unser Nerven- oder Venensystem. Myzelnetzwerke entsprechen in ihrem Aufbau nicht nur unseren Nervenbahnen, sondern sie verwenden auch Elektrolyte und elektrische Impulse. („Fantastische Pilze“-Produzent Jay Harman)

Bevor das Reinheitsgebot 1516 in Bayern in Kraft trat, wurde Bier lange Zeit mit diversen psychotropen Pilzen (Fliegenpilzen, Psilocybinpilzen, Mutterkorn-Arten) versetzt, und das halluzinogene Getränk war Teil naturverehrender Kulte.

Start: 09.09.2021