Zu guter Letzt

Regie: Mark Pellington | Darsteller: Amanda Seyfried, Shirley MacLaine, Anne Heche u.a.
Komödie | USA | 2017 | FSK: 0 | 108 min

Shirley MacLaine brilliert als scheinbar kratzbürstige, erfolgreiche Geschäftsfrau Harriet Lauler im Ruhestand. Nicht umsonst bot die inzwischen 82jährige bodenständige Diva den Macho-Stars des alten Hollywoods die Stirn. Auf der Suche nach dem perfekten Nachruf begleitet eine junge Journalistin die autarke Hollywood-Ikone auf ihrem Roadtrip zum besseren Ich.

„Der Gedanke, meinen Nachruf dem Zufall zu überlassen, erscheint mir vollkommen unvernünftig“, erklärt die ehemalige, erfolgreiche Werbeagentur-Chefin Harriet Lauler der verdutzten Journalistin Anne Sherman. Die energische alte Dame will auch hier das sprichwörtliche „letzte Wort“ haben. Und so verlangt sie von der jungen Lokalredakteurin, dass sie die Verdienste ihres Lebens schon jetzt in geschliffenem Stil zusammenfasst. Dazu soll sie eine alphabetisch sortierte Liste mit ein paar hundert Menschen über die exzentrische Lady befragen.

Ihr Chef hat gegen diese Sonderbehandlung nichts einzuwenden, denn Harriet Lauer sponserte das inzwischen fast bankrotte Blatt jahrelang mit ihren Anzeigen. Aber Anne findet niemanden, der über die einstige schonungslos ehrliche Marketingspezialistin auch nur ein gutes Wort verlieren will. Ob Ex-Mann Edward oder ihre ehemaligen Angestellten bis hin zum Pastor, jeder weigert sich. Die Tochter spricht seit Jahren nicht mehr mit ihr. Da so ein erster Entwurf nur misslingen kann, beschließt Harriet eine Image-Politur. Fest entschlossen ihre Lebensgeschichte zu korrigieren macht sie sich mit Anne im Schlepptau auf den Weg. Der gemeinsame Roadtrip zum besseren Ich hält für alle einige Überraschungen parat. Dass die 80jährige Harriet mit ihrer Vinyl-Plattensammlung plötzlich als Discjockey bei einem alternativen Radiosender anheuert verbreitet dabei nicht nur verschmitzte Retro-Atmosphäre. Vielmehr zeigt die Szene wie nebenbei, dass eine neue Wertschätzung für agile Ältere durchaus möglich ist.

Eine Paraderolle für die inzwischen 82jährige Hollywood-Legende Shirley McLaine. Schon immer verweigerte diese sich der weiblich-mütterlichen Rolle und bot ihren Macho-Stars einst mutig die Stirn. „Ich wollte Filme drehen und nicht Hausfrau am Herd sein“, so die Oscar-Preisträgerin. Anfang der Fünfziger, direkt nach der High School, zog es sie erst nach New York, an den Broadway, dann bald auf die andere Seite des Landes, Westküste, Hollywood. Ihr Kinodebüt hatte sie 1955 in Alfred Hitchcocks „Trouble with Harry“.

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