Happy Burnout

Regie: André Erkau | Darsteller: Wotan Wilke Möhring, Anke Engelke, Michael Wittenborn u.a.
Komödie | Deutschland | 2017 | FSK: 6 | 102 min

Der als Burnout beschriebene Erschöpfungszustand ist zusammen mit Depressionen wohl das typischste seelische Leiden in unserer Gesellschaft. Bei André Erkaus dramatischer Komödie „Happy Burnout“ lässt bereits der widersprüchliche Titel erahnen, dass die Auseinandersetzung mit der Symptomatik nicht allzu erdenschwer ausfällt. Wotan Wilke Möhring täuscht als Alt-Punk einen Burnout vor, um sich vor der Arbeitswelt zu drücken - und gewinnt bei einer stationären Therapie eine neue Sicht auf sein Lotterleben. Erkau inszeniert aus der pfiffigen Idee eine kurzweilige Komödie, die zur Reflektion eines wichtigen Themas anregt.

Der Alt-Punk Stefan schlawinert sich durch sein Leben in einem Brennpunktkiez. Anstatt eine geregelte Arbeit auszuüben, zeltet er lieber in seiner Wohnung oder flirtet Frauen auf der Straße an. Das Geld für den Lebensunterhalt kommt vom Jobcenter, wo ihm die naive Frau Linde sämtliche Arbeitsangebote vom Leib hält, weil sie ihm die herzerwärmende Lüge glaubt, dass er sich für seine hilflosen Nachbarn aufopfert. Stefans gemütliches Leben endet, als der jahrelange Müßiggang auffliegt und die Arbeitsvermittler ihn sanktionieren wollen. Also besorgt ihm Frau Linde ein Attest, dass Fussel ironischerweise einen Burnout bescheinigt und ihm einen stationären Klinikaufenthalt verschreibt.

Während der Zwangstherapie lernt Stefan neben der Psychologin Alexandra vier Mitpatienten kennen, die alle ein schweres Päckchen mit sich herumtragen: Der eine ist suizidal, der andere rastet schnell aus, die nächste ist eine überanstrengte Hausfrau und Mutter, der vierte ein karrieresüchtiger Workaholic. Im Angesicht der echten Probleme überdenkt Stefan über kurz oder lang auch sein eigenes Leben. Warum zur Hölle trägt er noch den Spitznamen aus Schulzeiten? Sollte er langsam erwachsen werden? Kann seine kleine Tochter die lange Abwesenheit verzeihen?

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