Die Verlobte

Einführungsvortrag: Dr. Birgit Sack, Leiterin der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden

Regie: Günter Reisch, Günther Rücke | Darsteller: Jutta Wachowiak, Regimantas Adomaitis, Inge Keller u.a. u.a.
| DDR | 1980 | FSK: 12 | 112 min

„Die Verlobte“ – das ist das Alter Ego von Eva Lippold (1909-1994), die neun Jahre in NS-Gefangenschaft verbringen musste. Im Zentrum des preisgekrönten DEFA-Films mit Jutta Wachowiak in der Hauptrolle steht der „Alltag“ im Frauenzuchthaus Waldheim. Über die Haftanstalt ist soeben eine Publikation der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden erschienen.

Die Kommunistin Hella Lindau wird 1934 wegen antifaschistischer Tätigkeit zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach jahrelanger zermürbender Einzelhaft gerät sie in die Zuchthaus-Wäscherei. Das Waschhaus mit seinen bestialischen Arbeitsbedingungen und den Gefangnen gleicht einem Inferno. Genossen trifft Hella kaum, sie muß sich unter Kriminellen behaupten. Mörderinnen, Prostituierte, Kupplerinnen, Diebinnen, die sich nicht selten gegenseitig an die Kehle gehen. Was Hella die Kraft gibt, unter diesen Bedingungen nicht nur zu überleben, sondern auch die Würde zu bewahren, ist die Liebe zu Hermann Reimers. Und er hält zu ihr all die Jahre, obwohl die junge Hilde aus der Nachbarschaft ihn liebt und auf ihn wartet. Er stellt den Antrag, Hella im Zuchthaus zu heiraten. Der Antrag wird abgelehnt, aber als Verlobter bekommt er Besuchserlaubnis. Als Hella endlich entlassen wird, begegnet sie ihm nur kurz - als Verhaftetem, der an ihr vorbeigeführt wird.

Eintritt: frei


Gedenkstätte Münchner Platz Dresden
Schandauer Str. 73 | Dresden | T 0351. 310 37 82
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